29.Januar 2011, Königs-Wusterhausen/Katakombe Drucken
Geschrieben von: Administrator   
Mittwoch, den 02. Februar 2011 um 15:08 Uhr

Dobrij vetscher, dorogie gosti kongressa Pratajewa!

Pratajevs Freunde – Tutukins Erben (215)

 

„Scheiße, hab ich was falsch gemacht?“ fragt der junge Mann im eingeschüchterten Affekt Doktor Makarios am Eingang zur heutigen Konzertauftaktstätte, der Katakombe in Königs-Wusterhausen. Das Tourauto parkt direkt hinter ihm ein. „Nee, falsch gemacht, wieso?“ entgegnet Doktor Makarios. „Ach ich dachte, ihr wärt die Polizei“. Nun ja, klingt auch nicht schlecht: The Russian Policemen. In Gedenken an Igor Pavlowitsch, dem großen Kriminalisten aus Pratajevs Werk. Aber es wäre des Unguten zu viel, Doktoren müssen es sein und heute wird Neuland geheilt. Königs-Wusterhausen, von allen hier schlichtweg KaWe genannt. Frei von Schnee waren vorab die Autobahnen, klirrend indessen die Kälte und so kommt der Kaffee im Jägermeister-Topf gerade zur Gemütlichkeit und Ausruhe recht. Freund Kalf hat es sich vor einem Aschenbecher bequem gemacht, der Wirt steht am Arbeitsplatz und das ist wunderbar. Rasch mal schauen, wie der Livesaal so ausschaut. Beachtlich! Vorne gleich eine unverzichtbare Schnapsbar, hinten die Bühne; zwischen blondkühlen Bedurstigungen und dem Soundcheck verliert die Uhr wenig Zeit. Nur den Pegel am Mischpult hätte man besser nicht gen Null austarieren sollen. Das rächt sich später kurzweilig, wenn keiner mehr dran denkt.

 

 

Fast zeitgleich mit interessanten Schalen vom örtlichen verschwINDEN-Business für hungrige Doktoren füllt sich dito alles Katakombige. Sogar die tschechischen Schneegrabengrenzfahrer Silvi und Stone sind mit von der Partie. Silvi überreicht Doktor Pichelstein stante pede Spitzwegerichschnaps, selbst gebrannt. Die Flasche lässt sich kaum öffnen; später, vom Inhalt zehrend, wusste besagtes Behältnis genau, warum und was sie damit gutes tat. Pure, leckere Medizin. Aber - vielen Dank dafür (mittlerweile ausgetrunken). Und ja, dann geht’s los in KaWe; das Intro zieht’s Publikum aus Ecken und Kanten. Mitte der „Männer die am Feldmänner stehen“ reißt Doktor Makarios beschwingt den Mischpultregler hoch.

 

Bemerkenswert die Fülle, das Wippen und später gar Tanzen. Pratajevs Texte flirren energetisch durch den Saal bis zum Pausenschnaps und darüber lange hinaus. Becherovka auf Eis! Herrlich! Doktor Pichelsteins Arbeitsgerät beweist Wallungswert und Königs-Wusterhausen wird komplett geheilt. Nur jene bleiben diesbezüglich außen vor, welche dem Nachwuchs dieser Stadt Vornamen wie „Heydrich“ geben. Die sollen draußen bleiben und am Ende unterschreiben The Russen Docs virtuell beim glücklichen, herrlichen Wirt die Option fürs nächste Konzert in der Katakombe. Unbedingt und immer wieder.

 

Brandenburg, du bist ‘ne Schöne. Und Helga Bauer, genannt Peitscha, Geliebte Prumskis und Pratajevs, wohnte einst nicht weit von hier. Unter solchen Gedanken nebst anderen biegt der Kalf-Chrissi-Van mit den Doktoren im Schlepptau um Zernsdorfer Ecken. Ein Haus am See ist das Ziel, ein schlafender Makrokosmos. Und süßer Likör, betrachtet man es aus dieser Warte, bildet einen leckeren, magischen Teil des Mikrokosmosses am Küchentisch. Bis der letzte Tropfen bezwungen ist.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 03. Dezember 2017 um 11:54 Uhr