Die nachgereichte Pressekonferenz (414)

 

Pressesprecher (PR): „Meine Damen und Herren, wir begrüßen Sie zur Pressekonferenz im Anschluss an das Konzert der Russian Doctors in der Frankenberger Jukebox. Zu meiner Rechten sitzt Sänger Doctor Makarios (DM), zu meiner Linken Gitarrist Doctor Pichelstein (DP) und der Herr, der über uns schwebt, das ist der Wodkalord Fürst Fedja, auch Frank The Tank (FtT) genannt. Die erste Frage ist himmelwärts gerichtet. Was stand heute alles auf dem Speiseplan?“     

FtT: „Erst einmal gar nichts. Auf Tour frühstücke ich nie, es gibt höchstens einen Kaffee oder einen Duschschlauch. Ich will nämlich immer ankommen.“

PR: „Da muss ich einhaken. Am Morgen nach dem gestrigen Konzert wurde, wie ich hörte, wenig geduscht. Nur Pichelstein stieg gebürstet und gestriegelt ins Auto.“

FtT: „Der duscht immer nachts. Wir hoffen inständig, dass er nicht wieder ausrutscht. Pichelstein blieb auf der Party, Makarios und meine Herrlichkeit waren woanders untergebracht. Ein First-Class-Heim war das nicht.“

PR: „Eine Brandenburger Erfahrung? Das Konzert fand in Birkholz statt.“  

FtT: „Was Brandenburg betrifft, wird man schon Tage vorher von gewissen Vorahnungen im Schlaf besucht. Dass einige davon eintreffen, verleiht dem Bundesland doch seinen Charme. Darauf ist Verlass.“

PR: „Nun reden Sie das mal nicht schön.“

FtT: „Ich nicke das nur so weg. Keine weiteren Details. Jedenfalls sind wir früh aus der Hütte raus und haben Pilze gesammelt. Das hatte etwas tröstliches.“

PR: „Fit wie streunende Kater nach durchkämpfter Nacht. Was für eine Kondition.“

FtT: „Sehen Sie! Zurück zur eigentlichen Frage: Nachdem kein Schlumpf in der Pilzpfanne schmorte, ging es mit Tanke-Stopp in die tschechische Republik, nach Petrovice. Endlich Frühstück am frühen Nachmittag. Angekommen! Heiß, lecker und mit Schlabber obendrauf. Ente, Gulasch, all das. Dann gab’s Kuchen an der Obstscheune bei Pirna, Eis bei <Das Schulze> mit Extrasahne und eben sehr leckere Burger-Teller. Das Frühstück lass ich morgen wieder ausfallen.“

PR: „Makarios, eine Frage an Sie: Gab es auf dem Weg hierher Hangover-Momente?“

DM: „Da Pichelstein fahren musste, weil das Knie vom Frank The Tank weiterhin zickt, lag ich die meiste Zeit im Fond, genoss die Landschaft, die Phalanx vorüberziehender Bäume, und nahm Prüfungen im Fach Sächsisch ab.“

PR: „Wer wurde geprüft? Pichelstein? Hat er bestanden?“

DM: „Nee, der fällt immer durch und kann sich bis auf umgangssprachliches wie: <kumm aus dr Seeche in deiner Hornzsche> selten was merken. Aber er ist dran und lernt jeden Tag von neuem die Uhrzeit.“

 

Jukebox Frankenberg

 

PR: „Pichelstein, wissen Sie nie, wie spät es gerade in Sachsen ist?“

DP: „Die einfachen Zeiten klappen mittlerweile ganz gut. Bei <Viertel acht> stell ich mir eine Torte vor, aus der jemand ein Stück weggeschnitten hat. Ein Viertel der achten Stunde ist verputzt, Viertel acht ist 7:15 Uhr.“

PR: „Dauert sicher ganz schön lange, so eine Überlegung.“

DP: „Genau deshalb wurde ich in Sachsen zu einem nachdenklichen Menschen geformt. Es gibt aber auch ganz üble Uhrzeiten. Bei <Dreiviertel kurz vor um> steige ich aus und muss mich nach der Sonne oder nach dem Handy richten.“

PR: „Makarios, wie lief das Bundesliga-Tippspiel der Russian Doctors?“

DM: „Dass Schalke in Leipzig gewinnt, war nicht geplant. Wir zahlen an diesem Wochenende alle ein.“

PR: „Gestern Open Air, heute schön im Warmen. Kommen wir zum Konzert in der Jukebox. Schilden Sie Ihre Eindrücke. Fangen wir mit Pichelstein an.“

DP: „Ganz großer Empfang, liebe Wirte, fixe Kellnerinnen, wichtig: ein Raucherraum als Backstage, tolle Unterkunft gleich um die Ecke. Alles picobello. Wir wurden behandelt wie Könige und es ist sogar gelungen, das vorhandene 2-Spurmischpult in ein Stereo Total-4-Pult umzuwandeln. Was ein wenig dauerte, so konnte man weniger trinken.“

PR: „Was im Großen und Ganzen nicht schadete.“

DP: „Nee! Ich rechne immer brandenburgisch.“

PR: „Also: böse Vorahnungen gehabt?“

DP: „Die kann man nicht abstellen. Vor allem, was die Bühnentechnik betrifft. Wir haben alles schon durch. Fadenscheinige Anlagen mit Kassettenrekorder dran und sonst nix. DJ-Pulte mit Cinch-Eingängen, Wirte, die passiven Widerstand leisteten und erklärten, sie wüssten nicht, was eine <PA> ist.“

PR: „Und schlussendlich auch keine besorgten?“

DP: „Richtig. Dann gab es Tage, an denen wir die mitzubringende Anlage zuhause vergaßen oder wir trafen auf eine, die derart kompliziert war, dass selbst der verkiffte, prahlhanselige Techniker nicht mehr durchblickte. Am Schluss hat fast alles immer hingehauen. Nur einmal in Herne mussten wir unplugged ran. Das war der Abend mit der Kassettenrekorder-Anlage.“

 

Jukebox Frankenberg

 

PR: „Tja, Erfahrungen mit dem Ruhrgebiet sind manchmal interessant. Es war das erste Konzert der Doctors in der Jukebox, unbekanntes Terrain. Wie ist das? Schätzen Sie vorher ein, wie viele Leute kommen? Frank The Tank scheint aus dem Raum geschwebt zu sein. Makarios, die Frage geht an Sie.“

DM: „Der Frank ist entweder telefonieren oder duschen. Das kann dauern. Die Frage ist eine gute. Wir hörten, dass das Kulturprogramm der laufenden Landesgartenschau einiges an Publikum wegorientieren könnte. Ich sag nur: Lampionumzug mit dem Sinfonischen Blasorchester des städtischen Musikvereins Frankenberg.“

PR: „Die spielten in der Vorwoche. Die direkte Konkurrenz bot das Theater-Kombinat <Feuervogel> mit poetisch-maskierter, anmutiger, witzig-skurriler Ader auf. Innovativ und voller Überraschungen. Soll super gewesen sein.“  

DM: „Waren Sie da?“

PR: „Nein, um Himmels Willen, ist bloß aus dem Prospekt zitiert.“

DM: „Dann ist ja gut. Denn wer bei uns, im Epizentrum Pratajevs, landete, hatte einen noch innovativeren Überraschungsabend mit all dem adjektivem Gekleckse oben drauf. Ich rechnete mit 25 Leuten, Pichelstein mit 60.“

PR: „Am Ende waren es knapp 80 zahlende Gäste. Volle Hütte. Überrascht?“

DM: „Natürlich! Wir haben zwar schon in Frankenberg gespielt, jedoch nur auf Privatpartys, soziale Biotope mit Sogkraft, wie eine schöne Kneipe, gab es hier zuletzt nicht mehr.“

 

Jukebox Frankenberg

 

PR: „So ist es. Die Menschen saßen zuhause und wurden immer trauriger. Das Konzert lief fast drei Stunden, es muss Euch gefallen haben.“

DM: „Nochmal ein großes <Natürlich>.“

PR: „Wer hat sich am meisten verspielt oder versungen, der Doctor Pichelstein?“

DP: „Das hielt sich die Waage. Ich hab beim <Wanderer> außer Plan getextet und der Makarios beim <Armen>. So was gehört zur Show. Wir sind ja keine Tausendsassas aus dem ZDF-Fernsehgarten und bewegen tonlos Glieder und Lippen.“

PR: „Ah, Frank The Tank schwebt wieder ein. Sie haben die Jungs auf der Bühne mit Schnaps versorgt?“

FtT: „Mit Bulbash! Das ist kein Schnaps, das ist weißrussisches Weihwasser!“

PR: „Seien Sie doch nicht immer so schnell empört.“

FtT: „Das gehört zu meiner Natur. Sind wir hier bald fertig? Ich will ankommen.“

PR: „Wo ankommen?“

FtT: „Das ist völlig egal.“

 

Jukebox Frankenberg

 

PR: „Es war sogar ein Arzt im Publikum. Mitsamt Kittel und Stethoskop.“

DM: „Das war eine Freude. In den Anfangsjahren der Doctors kamen öfter Mädchen im Rotkreuz-Lackoutfit auf die Bühne, verkleidete Schwesternschülerinnen. Einen Arzt in Uniform hatten wir noch nie.“

PR: „Der Beifall war frenetisch. Wie geht es einem nach so einem Abend, Pichelstein?“

DP: „Der Körper produziert pures Glück und das flatterhafte Herz hüpft wie das eines jungen Schufts. Dann zählt man all die abgestellten, leeren Gläser und denkt sich: Hui, so eine Menge und geradeaus gucken klappt auch noch …“

DM: „Die nicht ganz leeren Gläser trinkst Du meistens aus …“

DP: „Das Wort Verschwendung ist ein übles. Da will ich gar nicht ins Horn der Betroffenheit blasen oder die tumbe Sirene der Askese bemühen. Sonst geht mir im Kopf um, dass man bald den Bühnenkram zusammenpacken muss. Gerne unterbrochen durch erfüllte Autogrammwünsche, ein feines Schwätzchen oder durch Schnellgitarrenkurse für Anfänger.“

PR: „Da kommen Leute und wollen nach dem Konzert Gitarre lernen?“

DP: „Sofern das feinmotorisch auf beiden Seiten klappt, umso besser.“

PR: „Im Lied <Harte Wirtin> haben Sie zuverlässig den nächsten Schnellgitarre-Rekord geknackt.“

DP: „Schnellster Gitarrist von ganz Frankenberg!“

DM: „Nun untertreibe mal nicht.“

DP: „Bescheidenheit ist eine Zier.“

PR: „Ein sehr schöner Schlusssatz. Gibt es Fragen von den Journalisten? Nein? Keine? Dann beenden wir die Pressekonferenz mit einem Glas Wodka … Frank The Tank, wenn Sie so freundlich wären?“

FtT: „Ich will ankommen!“

 

JB Frankenberg

 

Der nachgereichte Live-Ticker (413)

 

13:30. Hallo, liebe Menschen an den Handys, Alexas, Tablets, Computern und weiteren Tippdingern, die Euch, Zitatausschnitt Makarios: „… alle noch einmal zum Verhängnis werden.“

 

An diesem wolkenfreundlichen Freitag wuchtet Pichelstein in Leipzig-Reudnitz das Equipment ins Auto. Dreimal Treppe rauf, Treppe runter. Es regnet Hunde und Katzen. Tasche auf, Tasche zu. Ein bisschen Farbe schimmert (Ampel: rot, wahlweise gelb oder grün) durch den öden Stadtstau. Bis nach Lindenau wird viel Zeit von der Uhr rinnen.

 

14:05. Der langsamste Krieger des gesamten Wohnviertels Lindenau steht bereits Gewehr bei Knie. Bedächtig! Denn das Knie des Fürst Fedja wurde kürzlich nachoperiert. Die Metalldrähte sind raus, der Operateur ersetzte sie fachmännisch durch einen Cockring. Fedjas Fäden kommen nächste Woche raus und zack wird ein sehr junger Physiotherapeut namens Conny übers Geländer rutschen und direkt auf dem vergrabenen Cockring landen (alles Fiktion).  

 

14:25. Mit sonnigem Gemüt parkt Pichelstein den dieseligen Golf in Leipzig-Plagwitz, direkt vorm Büro der Firmen Upart und The Tank Company in umgekehrter, somit in falsch parkender Richtung. Fürst Fedja bleibt sicherheitshalber im Wagen. Pichelstein soll drei Dinge aus dem Büro besorgen. Wieder geht es: Treppe rauf, doch nicht sogleich Treppe runter. Oben angekommen hat Pichelstein alles vergessen. Tendenz zur Demenz. Wie gut, dass es Handys gibt. Fürst Fedja klärt auf und schiebt sich drei Kaugummis auf einmal in den Mund.      

 

14:37. Leipzig-Schleußig ist erreicht. Der Stadtteil mit den Kaffeeschaumscheiß-Müttern (das klingt total nicht nett und steht synonym für: Latte-Macchiato-Mütter), die sich auf dem Elterngeld-Ticket schadlos halten und vornehmlich Fahrrad fahren. Gegen böse SUVs, die alles zuparken und zum Teufel gehören, helfen kugelsichere Westen, Integralhelme und (tata) Tiefgaragen. Es soll auch einen Chor geben, der nur drei Wörter brüllt, die alle gleich sind: „Verbieten! Verbieten! Verbieten!“ Makarios steigt ins Auto, mit Schwung und sehr galant. Der Tross ist komplett und Pichelstein weiß wie immer nicht, wo es lang geht.

 

14:40. Stau nach drei Minuten. Feierabendverkehr. Viele SUVs dabei. Macchiato-Mütter-Männer müssen heim, die Arbeit ist getan. Es warten: drei quengelnde Kinder, eine Ehefrau mit Plänen fürs Wochenende (klingt für jeden Mann bedrohlich), eine SUV-Diskussion, Freunde, die samt Kinderstall zu Besuch kommen. Die Russian Doctors wollen nach Birkholz. Ein Blick auf das Navigationsding verrät: Landstraße ist besser. Autobahn ist keine gute Idee. Rot leuchtet die Piste.

 

15:30. Endlich rollt der Golf wie ein ICE aus dem Bahnhof. Letzter Unbedarfshalt: Taucha. Nichts geht mehr. Stand alles nicht im Fahrplan.

 

15:50. Bundesstraße 78, Eilenburg gerade passiert. Straße voll gesperrt. Crash. Blaues Licht flackert vorn, Rettungsgasse bilden. Du liebe Güte, das hier ist Nordsachsen! Kann man in Nordsachsen noch was retten? Außer Gassen? Eine Entscheidung muss her. Sie lautet: Wenden. Über noch kleinere Dörfer, als jene, die es bis an die Bundesstraße geschafft haben, geht’s weiter. Mit breiter Brust an Hühnerschlachtereien mit Verzehrmöglichkeit vorbei. Eine junge Frisörin in Ausbildung stört den Verkehrsfluss. Ihr Nissan-Superklein hat sich in einem Spinnennetz verfangen. Hunger.

 

16:00. Straßenrand, Bude mit rotem Anstrich an Tankstelle: Currywurst (Makarios), Hamburger (Pichelstein) und: „Ich will was Gutes, nicht immer nur schnell-schnell“ (Fürst Fedja).

 

16:15. Pichelstein überholt einen LKW. Mit den Augen eines Falken. „Hunger,“ ruft Fürst Fedja. Blick trübt sich vor Sorge. Bauch knurrt nicht nur, hupt jetzt auch gelegentlich. Einwand Pichelstein: „In der Psychotherapie sagt man: es muss erst schlimmer werden, bevor es besser wird.“ Stoisches Kopfnicken. Hup.  

 

17:00. Mal Regen, mal scheint die Sonne. Es müssten eigentlich jetzt Einhörner aus dem Gehölz kommen und Regenbögen kacken. Makarios hat nur Augen für den Straßenrand, für Pilze. Das Jahr 2018 war wahrlich kein Pilzjahr. Woran man das festmachte? In Sachsen wurden nur 83 Pilzvergiftungen gemeldet. Verdammter Brauner Fliegenpilz! Böser falscher Karbol-Champignon! Alles Gifterdlinge, die Pichelstein lustig sammeln und verspeisen würde. Aber er hat seinen Doctor Makarios, der kennt sich aus. 2019 wurden bis jetzt schon 109 Vergiftungen gemeldet. Tendenz? Steigend. Und Fürst Fedja so? „Hunger!“

 

18:00. Endlich runter von den elenden Landstraßen, rauf auf die … fahrnfahrnfahrn auf der Autobahn.  

 

18:15. Stau naht! Rasch wieder runter, Abfahrt Märkisch-Buchholz. Das Tor zum Spreewald steht weit offen. Hinein! Hinein! Doch nicht so rasch, überall Blitzer, und wo keine sind, haben Zierpflanzengärtner kleine Friedhöfe an den Wegesrand drapiert. Holzkreuze, Pilze, wohin man blickt.

 

18:30. Pension erreicht. Makarios und Fürst Fedja: rein ins Haus, Schlüssel holen und raus. Benny Bang hat sich verfahren und steht in einem ganz anderen Birkholz, auch in Brandenburg, aber falsches Birkholz. Oder vor der Urologie-Praxis Dr. med. Ronny Birkholz in Finsterwalde. Diese Navis sind komisch. Tücken haben die! Tücken!

 

18:45. Kalfs 40. Geburtstag ist bereits im vollen Gange. Der Regen hat sich gen Polen verabschiedet. Der Hof ist voller Menschen, die Menschen halten Becher in Händen und haben brav ihre jeweiligen Namen draufgeschrieben. Am Buffet ist das Besteck aus Holz, Klimaschutz wirkt. Pichelstein wirft achtlos eine Kippe auf die Straße „How dare you?!“ Oh, es donnert, es grollt. Nein, doch nicht. Falscher Alarm.      

 

18:50. Pichelstein schnappt sich ein Bier. Begrüßungsorgie! Wie schön! Lange nicht mehr hier gewesen. Tonic für Fürst Fedja und Makarios.

 

19:15. Aufbau der Gartenbühne. Dank an Baumfreund Ekmel fürs Schleppen! An Kalf für den Tipp mit dem selbstgezapften Bier. An Chrissi, an … es dankt sich so dahin, noch dankt keiner ab.

 

19:30. Bühne steht, Sound knarzt, Kinder stürzen sich auf Gitarren. Eine Mutter ruft: „Das lassen wir lieber, sonst müssen wir noch Dein Sparschwein plündern.“ Immer diese leeren Versprechungen von wegen „Mach das nicht, sonst fahren wir sofort nach Hause“ Haha.

 

19:35. Kinder stürzen sich auf Mikros. Mütter sind weg. An der Schnapsbar stehen noch neun von einst elf Flaschen Wodka Bulbash. Tonic mit was drin für Makarios. Fürst Fedja? „Hunger!“

 

19:37. Das Fleischpralinen-Buffet ist rigoros eröffnet. Hier endet die Teilnahme des Fürst Fedja am Tross-Geschehen. Das erfolgreiche und weit gereiste Großkunst-Duo Makarios und Pichelstein, aka: „The Russian Doctors“, ist für lange Zeit auf sich allein gestellt.

 

19:45. „Ich hab noch einen Russen …“ Konzert läuft! TRD nähern sich schlotternd der Betriebstemperatur. Eademakow zückt die Analog-Kamera und macht Fotos fürs Archiv.   

 

20:15. Deng! Erste Saite reißt. Da die zweite Gitarre nicht am Geschehen teilnehmen kann (knarz!), muss Pichelstein rasch eine neue Saite aus Stahl aufziehen. Kalf bringt Schnäpse. 

 

20:18. Großer Beifall. Saite sitzt treu wie Gold. „Da hält der Wind den Atem an …“  Kalf bringt Schnäpse. 

 

20:25. Noch größerer Beifall. Pichelstein knackt den brandenburgischen Rekord im Schnellgitarrespielen.

 

20:27: Kalf bringt Schnäpse. Ein Konzert, wie geschaffen für die Brandenburger Feuerwehr (von der die Anlage stammt): es brennt (mental)! Somit steigen die Temperaturen, denn es ist doch recht kühl. Nächste Saite reißt.   

 

20:50. Pause. Von Ferne sieht man Fürst Fedja mit einem sich biegenden Pappteller, dabei rührig ins Gespräch vertieft. Ina Lina hat neulich eine Kuh gemolken. Eine modellierte. Es gibt Beweisfotos. Feuer lodern, zwei Hunde, die es mit Nasen und Zungen bis über die Tische schaffen, sind glücklich. Reste fassen, schleck schleck. Makarios erinnert sich an Hundemilben. Es juckt.   

 

21:15. „Der Raucher von Bolwerkow …“ Konzert geht weiter. Kalf bringt Schnäpse.

 

21:30. Konzert siedet! „Junge Burschen tanzen …“ Glückshormonwerte steigen.

 

21:35. „Wiege deinen Rumpf … “ Nietenhose-in-der-Tanzhalle-Gefühl. Gänsehaut! Liegt nicht am Wetter.

 

21:45. Jemand hat sich vom Zopf befreit. Gestatten, Paralympics-Headbanging zu „Tote Katzen im Wind.“ Ein Augenschmaus. Fürst Fedja stellt (nur eine Vermutung) einen Pappteller zur Seite. Die nächsten Bulbash-Flaschen sind leer, das erste Bierfass auch. Bestimmt ruft jetzt einer: „Gib mir ein Glas Wasser. Ich will meine Leber überraschen“ (Running Gag).   

 

22:15. Zugabe! Zugabe! Kalf bringt Schnäpse. Hysterisches Hecheln.

 

22:20. Dritte Saite reißt. Die Doctoren bringen die Schnapsbar durch den Flickenteppich und haben es geschafft. Ina Lina knipst ein weinseliges Handy-Foto. Hier ist es.

 

Ratte in Birkholz  

 

22:30. Pichelstein räumt die Bühne zusammen, Fürst Fedja taucht wieder auf. Makarios arbeitet am Merch, rasch ist der Kräuterschnaps „Die Heilung“ alle. Erste Gäste zeigen Ausfallerscheinungen. Man merkt es daran, dass auf Damenbechern „Dieter“ und auf Jungsbechern „Rafaela“ steht (Namen frei erfunden).

 

23:00. Es tost, was tost. Es fällt, was fällt. Die meisten sind auf Punk gebürstet und Union Berlin hat mal wieder gut gespielt (tapfer gekämpft) und trotzdem verloren. Diese Gartenparty findet für manche auf der Titanic, für andere auf der Landesgartenschau statt. Erstere rammen Eisberge, zweitere fallen ins Gemüse.      

 

0:00. Bulbash ist alle. Nächstes Bierfass wird angeschlossen. Buffet ist geplündert. Jemand (kein Hund) macht sich über die Käseränder her.

 

1:00. Makarios und FraFö fahren in die Pension. Pichelstein bleibt. Und hat den Becherovka entdeckt.

 

2:00. Pichelstein und ein weiterer Gast teilen sich eine Matratze. Geplant war das nicht, doch der nette Herr schnarcht nicht und sieht bartbewachsen ungefährlich aus. Traum folgt. Darin: Ein Verneig-Verneig für all die lieben Menschen. Wow, was für ein Abend. Kalf bringt … chrr ... Schnäpse.  

 

 

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